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Fachtagungen
TÄTERINNEN - Befunde, Analysen, Perspektiven
Fachtagung der Kriminologischen Zentralstelle e.V. vom 28. bis 30. Oktober 2008 in Wiesbaden mit Prof. Rudolf Egg
Tagungsleitung: Jutta Elz
Tagungsort:
Tagungsprogramm: download - Buchveröffentlichung zur Tagung download
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Tagung in Braunschweig am 17.09.2005
Veranstalter: Ev. Männerarbeit der EKD in Kooperation mit der Ev.-luth. Kirche in Braunschweig
Pressemitteilung: epd Niedersachsen-Bremen/b2968/17.09.05 Bundesministerium sieht
Frauenhäuser im Überlebenskampf Augstein wies darauf hin, dass die Finanzierung Sache der Bundesländer sei. Sie sprach von einem "düsteren Kapitel". Die Einrichtungen kämpften um ihr Überleben. In der Diskussion mit den Teilnehmern der Jahrestagung räumte die Leiterin ein, dass es kein Konzept für männliche Opfer häuslicher Gewalt gebe. Es müsse diskutiert werden, ob die Strukturen für Frauen übertragbar seien und von den Männern angenommen würden. Der Theologische Vorsitzende der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinz-Georg Ackermeier, hatte zuvor gefordert, das Thema Gewalt von Frauen gegen Kinder und Männer zu enttabuisieren. Allerdings dürften Frauen und Männer dabei nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die evangelische Männerarbeit befasst sich nach Angaben ihres Vorsitzenden seit vier Jahren intensiv mit dem Thema "Gewalt überwinden". Der Sozialforscher Joachim Kersten von der Polizei-Fachhochschule Villingen/Schwenningen stellte Untersuchungen des Bundesministeriums in Frage, denen zufolge jede zweite bis dritte Frau Gewalt erlitten habe. Er vermute, dass hier interessengeleitete Fragestellungen aus der Zeit der Frauenbewegung eingeflossen seien, sagte der Professor. Falsch sei auch die Annahme, dass alles immer schlimmer werde. Die Zahl der Tötungsdelikte in Deutschland sei beispielsweise in den letzten zwölf Jahren von 1.500 auf 800 pro Jahr gesunken. Zur Situation der Frauenhäuser sagte Kersten, schätzungsweise seien zwei Drittel der Bewohnerinnen Migrantinnen. ----------------------------------------------------------------
Fachtagung: "Geschlecht - Gewalt - Gesellschaft" Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt 03. bis 05. Juli 2003
Leitung: Prof. Dr. Siegfried Lamnek & Dr. Manuela Botcâ Der nachstehende Text ist das Vorwort zur Fachtagung. "Die Auseinandersetzung mit dem Phänomen Gewalt steht seit über zwanzig Jahren im Mittelpunkt wissenschaftlicher wie öffentlicher Debatten. Unabhängig davon, wo die Ursachen für Gewalt gesucht werden, ob der immer wieder thematisierte Anstieg der Gewalt in der heutigen Gesellschaft als Tatsache oder als sozial( politisch)e, massenmediale oder pseudowissenschaftliche Konstruktion angesehen wird und ob Lösungen für Gewalt als soziales Problem oder eher für die Relativierung ihrer skandalisierten und skandalisierenden Ausmaße im Bewußtsein der Öffentlichkeit angestrebt werden – ein gegenwärtiger Trend ist ihnen allen gemeinsam: Sozial- wie kulturwissenschaftliche, juristische und medizinische Theorien zum gesamtgesellschaftlichen Phänomen Gewalt beziehen immer öfter in ihre Analysen die Kategorie "Geschlecht" mit ein. Die Definition von Gewalt als männlich gehört zu den tradierten Stereotypen, die Alltagstheorien zu Gewalt kennzeichnen und die öffentliche und mediale Diskussion nach wie vor prägen. Rückblickend haben zahlreiche wissenschaftliche Ansätze zur Erklärung der geschlechtsspezifischen Aufteilung in Täter und Opfer, Gewalttätige und Gewaltlose im Laufe der lang anhaltenden Gewaltdebatte einander konfrontiert und/ oder abgelöst: von den biologisch- psychologischen Theoriemodellen, die geschlechtsspezifische Unterschiede hinsichtlich gewalttätigen/ kriminellen Verhaltens für genetisch bedingt erklärten, über sozialisationstheoretische Überlegungen zur Bedeutung von Geschlechtsrollenerwartungen, bis hin zum Autoaggressionsansatz (" weibliche Gewalthandlungen sind nach innen gerichtet") und konstruktivistischen Erklärungsmodellen feministischer Kriminologie. Erst in den letzten Jahren ist die "männliche" Form der Gewaltausübung durch Frauen verstärkt zum Gegenstand massenmedialer Berichterstattung und - vorwiegend in den USA - wissenschaftlicher Aufmerksamkeit - speziell mit Blick auf Vorfälle häuslicher Gewalt geworden. Mit dem breit angelegten Titel "Geschlecht - Gewalt - Gesellschaft" strebt die Tagung eine inter- und transdisziplinäre, geschlechtsspezifische Herangehensweise an das Gewaltphänomen im Kontext gesamtgesellschaftlichen sozialen Wandels an. Was ist die gesellschaftliche Funktion der "traditionellen" Aufteilung in männliche Täter und weibliche Opfer und wie hat sich diese gewandelt? Schafft Emanzipation weibliche Verbrecher? Ist die weibliche Delinquenz mitverantwortlich für den vielfach beklagten Anstieg der (Jugend) Kriminalität oder ist Gewalttätigkeit nach wie vor ausschließlich männlich besetzt? Soziologen, Kriminologen, Pädagogen, Psychologen, Juristen, Historiker, Mediziner, Sozialarbeiter werden mit Hilfe eigener Forschungsergebnisse, Theoriemodelle und/ oder Erfahrungen aus der Praxis den aktuellen Diskussionstand rund um diese Fragen kritisch würdigen und gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen nachzeichnen." Tagungsdokumentation: Lamnek, S. & Boatca, M. (2003) (Hrsg.): Geschlecht – Gewalt – Gesellschaft. Leske und Budrich.
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Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege (FHVR), Fachbereich 3 – Polizeivollzugsdienst und Landespolizeischule, Berlin.
"Gewalt gegen Männer im häuslichen Bereich - ein vernachlässigtes Problem !?"
Vollständige Dokumentation der Tagung: download
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Fachtagung: "Männliche Opfererfahrungen". 1. bis 3. März 2002 Heilsbronn (Nürnberg) Der nachstehende Text ist das Vorwort zur Veranstaltung. "Männliche Gewaltopfer erhalten nicht die gesellschaftliche Aufmerksamkeit, die ihnen eigentlich zukommen müßte. Ihre Erfahrungen werden weithin tabuisiert; die soziale Problematik wird verleugnet. Noch in den 70er Jahren wurde mit betroffenen Frauen ähnlich umgegangen. Heute jedoch sind Gewalt gegen Frauen, Vergewaltigung (auch in der Ehe) und andere Unterdrückungsmechanismen öffentliche Themen und als solche politikfähig geworden. Zahlreiche wissenschaftliche Studien halfen, die Problematik aufzudecken und vielfältige Hilfsangebote für die Betroffenen einzurichten. Für Männer dagegen fehlen noch Orte, an denen sie ohne Vorbehalt zu ihren Opfererfahrungen gehört werden, miteinander ins Gespräch kommen und Hilfestellung erfahren können. Das Klischee des „starken“ Mannes, das oftmals durch die Ideologie von beruflichem und ökonomischem Erfolg gerechtfertigt wird, verdeckt die verletzliche Seite von Männern und verhindert eine Auseinandersetzung damit. Bei einer früheren Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing (1997) zum Thema „Geschlecht und Gewalt - Jungen und Männer als Opfer und Täter“ war eine wichtige Lernerfahrung, dass die zeitgleiche Betrachtung von Männern aus der Täter- und aus der Opferperspektive auf Kosten der letzteren geht. Die männlichkeitsdominierte Kultur ist offenbar auf Männer als Täter fixiert. Für diese gibt es ein ganzes Arsenal an milliardenschweren staatlichen Einrichtungen: von der Sozialarbeit über die Polizei bis zur Justiz. An Aufmerksamkeit für die Opfererfahrungen und für die Verletzbarkeit von Männern jedoch mangelt es. An diesem Defizit möchten wir mit unserer Tagung ansetzen, indem wir den Blick und die Wahrnehmung für männliche Opfererfahrungen und Verletzungen in der Kindheit, in gleich- und gegengeschlechtlichen Partnerschaften, in Beruf und Alltag zu schärfen versuchen. In einer Atmosphäre gegenseitiger Achtsamkeit und Wertschätzung möchten wir darüber ins Gespräch kommen. Anschließend soll über gesellschaftliche Konsequenzen für den Geschlechterdiskurs, bis in den politischen Bereich hinein, nachgedacht werden. Wir laden alle Interessierten – auch Frauen, die bereit sind, sich auf ein solches sicherlich nicht spannungsfreies Gespräch einzulassen – herzlich zur Teilnahme ein." Zum Programm der Tagung und der Homepage der Akademie Die Tagungsdokumentation kann bei der Akademie bestellt werden.
zu der Tagung in Heilsbronn März 2002 Das Buch von H.J. Lenz mit gleichnamigen Titel wie die Tagung gehört schon lange zu meinen wichtigen Buchtiteln. Davor sind mir nur vereinzelt und ohne das ich danach gesucht habe, Beschreibungen von Männern in die Hände gefallen, die über leidvolle Erfahrungen berichteten. Weitere Berichte erhalte ich in persönlichen Gesprächen mit Männern in und außerhalb meiner Arbeit im Männerbüro. Ich sehe die Möglichkeit, nun endlich Opfererfahrungen von Männern zulassen zu dürfen, als große Chance für uns Männer und darüber hinaus auch für Frauen und die Gesellschaften als Ganze an. Es entsteht eine neue Lebensqualität für Menschen, wenn sie Opfererfahrungen hinter sich gelassen haben. Was dazu noch fehlt, ist die Anerkennung männlicher Opfer als „Soziales Problem“, damit Strukturen geschaffen werden - sich selber und andere Männer als Opfer - und Frauen als Täterinnen - wahrzunehmen und darüber hinaus betroffenen Männern und Frauen fachlich qualifizierte Hilfe zuteil werden zu lassen. Die Tagung leistet dazu m.E. einen großen Beitrag, da sie hochkarätig (beruflicher und institutioneller Hintergrund der TeilnehmerInnen und ReferentenInnen) besetzt war und sich ein seriöser Veranstalter (Evangelische Akademie Tutzing) bereit gefunden hatte, diese Tagung auszurichten. In meiner Arbeit als o.g. Projektleiter (nebst Dr. Rainer Schnettler) fühle ich mich seither in einen größeren Zusammenhang eingebettet, in dem mein Anliegen – männliche Opfer und weibliche Täter anzuerkennen - eine breitere Basis gefunden hat. Ebenso gilt dies für die von Alexander Bentheim (Switchboard) gestartete Initiative zum problematischen Umgang mit gewaltbetroffenen Jungen im Rahmen der BMFSFJ-Kampagne "Mehr Respekt vor Kindern" (2000/01) und die schriftliche Stellungnahme des Bremer Prof. G. Amendt an das Familienministerium in derselben Angelegenheit. Zu kurz gekommen ist auf der Tagung m.E. das Thema der verbalen und psychischen Gewaltanwendung, insbesondere von Frauen, der Männer meist relativ hilflos gegenüber stehen, da Frauen qua Geschlechterrolle in der Regel eine bessere soziale und kommunikative Kompetenz vermittelt bekommen. Zudem erkennen Männer diese Gewaltform nicht oder nur in seltenen Fällen, da sie eher auf die körperliche Gewaltanwendung hin sozialisiert werden, wodurch keine Legitimation entsteht Gewalt auszuüben. Auch ergibt sich aus dem Gesagten kein automatischer Mechanismus von gelernter zu ausgeübter Gewalt. Und wenn dies doch unterstellt wird, dann gilt dieser Prozess sowohl für Frauen (Mädchen) als auch für Männer (Jungen) gleichermaßen. Die nächste Etappe im Thema „Männliche Opfererfahrungen“ ist m.E. die Anerkennung dieser Gegebenheit als „Soziales Problem“, denn erst dann werden sich in den Menschen, den Fachkräften der Psychologie, Soziologie, Pädagogik, Medizin, Recht und Gesetz, den Wissenschaften, den Institutionen sowie in der Politik, Veränderungen ergeben, die den o.g. Ausführungen entsprechen. Für viele Männer und Frauen ist das Gesagte noch nicht selbstverständlich und so bedarf es intensiver Auseinandersetzungen sowohl innerhalb gleichgeschlechtlicher Gruppen, als auch in persönlicher und gesellschaftlicher Hinsicht in den sozialen Organisationen. Ein Minimum an Veränderungsbereitschaft muss von allen Beteiligten erwartet werden, wenn die Wirklichkeit in den Geschlechterbeziehungen so wahrgenommen wird, wie sie ist und nicht wie sie aufgrund von vorherrschenden Rollenstereotypen – d.h. festgefügten Vorstellungen - geprägt wurde in unserer Gesellschaft, in der „Männer = Täter und bös und Frauen = Opfer und Gut“ sind. Hierzu ist es notwendig und unterstützend im „sowohl als auch“ und nicht im „entweder oder“ zu denken, um der Vielfalt menschlicher Lebenserfahrungen Raum zu geben und damit eine Handlungsebene zuzulassen, in der für alle Betroffenen bei Gewalterfahrungen Unterstützung und Hilfe gegeben wird. erschienen in: Wilde, Helmut (2002): Persönlicher Bericht zur Tagung in Heilsbronn. Switchboard - Zeitschrift für Männer- und Jungenarbeit, Nr. 151, April / Mai. ISSN: 1 433 3341. |
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